Vortrag: Am Anfang war sie heilig!

Vortrag: Am Anfang war sie heilig!

Mit Ines Witka
Donnerstag, 22. Mai 2014 um 20 Uhr,
Einlass ab 19 Uhr, Eintritt 8 Euro.

Eine inspirierende Entdeckungsreise zur weiblichen Essenz.

Da das Liebesbegehren tief in der menschlichen Natur verwurzelt ist, durchzieht der Eros die gesamte Kunst- und Kulturgeschichte. Aus dieser Fülle heraus wird an diesem Abend ein besonderer Fokus gesetzt: Der Blick auf die Darstellung des weiblichen Geschlechts – wörtlich genommen. Anhand von Bildern und Zitaten nimmt Ines Witka (Autorin von „Die Nacht der Masken, Gatzanis Verlag Stuttgart) uns in ihrem Vortrag bei FRAU BLUM mit auf eine Reise durch tausende von Jahren der Darstellung der Vulva.

Schon in den ersten Zeugnissen der Kunst finden wir die kultische Verehrung des weiblichen Geschlechts, der Vulva: Am Anfang war sie heilig! So wird der Bogen von der Venus von Willendorf (25.000 v. Chr.) über die badenden Göttinnen Aphrodite und Diane, die biblische Susanna, die orgiastische Erschöpfung junger Frauen bis heute gespannt. 1866 schockierte Gustave Courbet mit dem Gemälde „Ursprung der Welt“ den Kunstbetrieb, indem er den Schoß der Frau in die Bilderwelt zurückholte. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts setzten sich die ersten Künstlerinnen ganz neu mit dem weiblichen Geschlecht auseinander. Von diesen führt der Weg hin zur berühmten „Dinner Party“ von Judy Chicago aus den 1980ern. Bei ihr ist die Vulva so positiv und lustvoll ins weibliche Selbstbild integriert, dass sie als Repräsentantin für berühmte Frauen steht. Schließlich endet die Reise mit den aktuellen Arbeiten von Jeff Koons, der sich mit der Skulptur „Balloon Venus“ von 2008 wiederum auf die Venus von Willendorf als Vorbild bezieht.

Ursprünglich blickten Mann und Frau mit Freude und Stolz auch im Wort auf die Vulva: Im Hohelied Salomos, datiert auf das 2. Jahrtausend v. Chr., ist die Huldigung zu lesen: „Ein Lustgarten sprosst aus dir, Granatbäume mit köstlichen Früchten, Hennadolden, Nardenblüten, Narde, Krokus, Gewürzrohr und Zimt, alle Weihrauchbäume, Myrrhe und Aloe, allerbester Balsam.“

Doch die Einstellung der Gesellschaft zur Vulva und damit zur Frau hat sich von Epoche zu Epoche verändert. Es wird also spannend, wie es weiter geht bis Anaïs Nin im 20. Jahrhundert im „Delta der Venus“ über ihr Geschlecht schreibt: „Der Anblick war bezaubernd. Die Haut war makellos, die Vulva rosig und voll.“

So inspirierende Sätze erinnern daran, dass es doch wichtig ist, die Definition des eigenen Geschlechts nicht dem anderen zu überlassen, und auf keinen Fall der Pornografie, der Werbung für Hygieneartikel oder Schönheitschirurgie. Nur so wird es möglich sein, die Spiritualität und die Kraft des weiblichen Geschlechts zu erhalten. Erobern wir es uns zurück, indem wir es wertschätzen und ja, auch feiern – in Sprache, Fantasien und Bildern.

Veröffentlichungen von Ines Witka:

„Eine Familie macht Karriere“
Gleichberechtigt Beruf, Kinder und die Liebe vereinen
Gatzanis Verlag, Stuttgart
ISBN-10: 978-3-932855-59-7

„Die Nacht der Masken“
Wahre Geschichten über die exklusivste Erotikparty der Welt
Gatzanis Verlag, Stuttgart
ISBN: 978-3-932855-16-0

„Stell Dir vor, ich bin Deine heimliche Geliebte“
Der Reiz des Escort-Service (Interviews)
Schwarzkopf&Schwarzkopf Verlag, Berlin
ISBN 978-3-89602-894-5

Anmeldung bitte telefonisch oder per Email:

FRAU BLUM – Boutique Erotique
Reuchlinstraße 11
70178 Stuttgart
Tel: 0711/50 47 69 20
Fax: 0711/50 47 69 21
info@fraublum.de
www.fraublum.de

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